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Satellit sorgt für sicheren Bus-Anschluss |
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Ostsee-Zeitung, 07.01.2010
Im Busverkehr auf Rügen soll für mehr Fahrplansicherheit gesorgt werden. Dafür investiert der RPNV in neue Technik. 600 000 Euro kostet das Betriebsleitsystem.
Bergen (OZ) - Der Zug hatte Verspätung. Nur ein paar Minuten. Der Reisende hastet mit den Koffern zum Busbahnhof in Bergen — und sieht den Bus gerade abfahren. Alltag ist das nicht, versichert Rolf Rümper. Ausschließen kann der Geschäftsführer der Rügener Personennahverkehrsgesellschaft (RPNV) es aber auch nicht. „Es gibt ein Kommunikationsproblem. Weil der eine vom anderen nichts weiß, passieren solche Pannen.“ Genau die will Rümper aus der Welt schaffen. Der Chef des kreiseigenen Nahverkehrsbetriebes will dafür sorgen, dass der eine mit dem anderen sprechen kann — für einen sicheren Anschluss, für mehr Fahrplansicherheit im öffentlichen Nahverkehr. Der Bus-Betrieb des Kreises rüstet auf, investiert in ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem. „Zum Fahrplanwechsel Anfang Mai muss es funktionieren“, so Rümper.
Dann braucht der RPNV-Chef nur noch in die Einsatzleitstelle des Unternehmens gehen. Ein Blick auf den Bildschirm — schon weiß er ganz genau, wo sich jeder der 56 Betriebsbusse befindet, ob der Fahrplan exakt eingehalten wird, einer der Fahrer im Stau steckt oder eine Panne hat. „Dann können wir sofort eingreifen. Dann verdient die Einsatzleitstelle ihren Namen: Wir leiten den Busverkehr.“ Nutznießer seien die Fahrgäste, aber auch die Busfahrer, meint Rümper. „Für die wird die Arbeit leichter. Sie können mit dem neuen System sogar miteinander kommunizieren.“ Das braucht moderne Technik, neben Computern vor allem auch GPS — die satellitengestützte Funkortung. Das alles verbirgt sich hinter dem rechnergestützten Betriebsleitsystem. Das hat alles seinen Preis. Rümper: „Wir investieren insgesamt rund 600 000 Euro, bekommen aber auch eine großzügige Förderung.“ Schließlich muss alles auch noch installiert werden. Und das ist aufwändig. Jeder Bus muss neu verkabelt werden und dafür ist die Demontage der kompletten Decke erforderlich. In der nächsten Woche beginnen die RPNV-Elektriker mit diesen Arbeiten, kündigt Rümper an.
Sind die abgeschlossen, läuft alles perfekt, gehört das Kommunikationsproblem für den RPNV-Chef zumindest erst einmal im eigenen Unternehmen der Vergangenheit an. „Gefunkt“ wird im Notfall schon heute. Doch oft hätten die Busfahrer mit Funklöchern zu kämpfen. Dass bei Panne, Stau oder schlimmstenfalls sogar Unfall kaum ein Fahrer sofort daran denke, die Einsatzleitstelle zu informieren — Rümper hat Verständnis dafür. „In solchen Situationen haben sie Stress.“ Mit dem neuen Betriebsleitsystem wird es wesentlich stressfreier. Die neuen Kassen, die in den Bussen installiert werden, haben neben einem großen Display zur Positionsabfrage auch zahlreiche SMS für bestimmte Situationen gespeichert: Stecke im Stau, habe einen Plattfuß oder Motorschaden, sind Beispiele. Der Fahrer braucht nur noch einen Knopf drücken, schon wissen die Leitstelle und andere Fahrer Bescheid. Neu ist dieses System nicht, sagt Rolf Rümper. Die Nachbarn in Nordvorpommern, mit denen Rügen im Nahverkehr kooperieren will, haben es schon eingeführt. Gespräche mit der Bahn werden auch geführt zwecks Datenaustausch, damit Reisende künftig keine Rücklichter mehr sehen müssen.
HINTERGRUND
Gefunkte Ankunft
Neu ist das rechnergestützte Betriebsleitsystem nicht, das der RPNV einführen will. Diese satellitengestützte Technik steuert in großen Logistikunternehmen schon lange deren Lkw-Flotten. Die Technik eröffnet neue Möglichkeiten für einen attraktiveren öffentlichen Personennahverkehr. Werden zum Beispiel die Schiffe der Weißen Flotte im Hiddensee-Verkehr damit ausgerüstet, könnten Anschlüsse von Schiff zu Bus und umgekehrt reibungslos klappen. Selbst an Haltestellen kann die Technik installiert werden. Der Bus „funkt“, und der wartende Fahrgast würde auf einer Anzeigetafel an der Haltestelle lesen können, wann der genau kommt.
UDO BURWITZ
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