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Königsstuhl-Ticket im Preisfinale Drucken
Ostseezeitung, 20.08.2009

Mit dem Königsstuhl- Ticket hat es das Nationalparkzentrum auf Jasmund ins Finale um den Preis „Fahrtziel Natur“ geschafft

Königsstuhl Als beim Rügener Personennahverkehr (RPNV) am 10. Mai auf den neuen Sommerfahrplan umgestellt wurde, mussten sich die Busfahrer nicht nur an die zum Teil veränderten Zeiten gewöhnen. Sie hatten an dem Tag auch einen neuen Fahrschein bekommen, den sie den Fahrgästen anbieten konnten. In Zusammenarbeit mit dem Nationalparkzentrum auf Jasmund hatte das kreiseigene Busunternehmen das Königsstuhl-Ticket in den Umlauf gebracht. Darauf sind nicht nur die Kunden aufmerksam geworden, sondern auch die Kooperationsgemeinschaft „Fahrtziel Natur“. Sie hat das Ticket für das Finale des von ihr in diesem Jahr erstmals gestifteten Preises, des „Fahrtziel-Natur- Awards 2009“, vorgeschlagen.

Über „Fahrtziel Natur“ arbeitet die Deutsche Bahn mit den großen deutschen Umweltverbänden wie BUND und NABU sowie dem Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) zusammen. Ziel ist es, die Menschen schon auf dem Weg in die Großschutzgebiete zu einem umweltverträglichen Verhalten zu animieren. „Für uns ist das außerdem eine gute Möglichkeit der Werbung“, sagt Susanne Schimke, Sprecherin des Nationalparkzentrums am Königsstuhl. Werbung für dieses Haus und damit für Rügen hat die Bahn im Rahmen dieser Kooperation u. a. über Plakate in Zügen und auf Bahnhöfen gemacht.

Ökologisch verträgliches Verkehrsverhalten soll mit einem aktiven Naturerlebnis verbunden werden, heißt es in der Zielstellung der Kooperationspartner. Susanne Schimke praktiziert das jeden Tag. Mit dem Fahrrad fährt sie von Sassnitz durch die Stubbenkammer zur Arbeit und zurück. Bei Wind und Wetter. „Nur bei Glatteis nicht.“ Auch viele ihrer Kollegen lassen das Auto stehen und nehmen den Bus.

Dazu wollen das Zentrum und der RPNV auch die Besucher verstärkt animieren. Sechs Euro kostet der Eintritt am Königsstuhl, elf Euro eine Tageskarte für den RPNV. Das Gemeinschaftsticket, das Eintritt und Tageskarte beinhaltet, gibt es für 15 Euro. Familien bis zu fünf Personen zahlen 30 Euro. Die Idee scheint zu funktionieren. Der Verkauf des Königsstuhl-Tickets laufe besser als gedacht, sagt der RPNV-Sprecher Michael Lang. „Vor allem wenn man bedenkt, dass wir es in relativ kurzer Zeit auf den Markt gebracht haben und uns gar nicht viel Zeit blieb, dafür Werbung zu machen.“ Seit dem Start Mitte Mai wurden allein bis Ende Juli mehr als 700 dieser Billetts verkauft. „Die Nachfrage gibt uns recht“, freut sich Lang. Die Leute wollten nicht zwei- oder dreimal abkassiert werden, sondern lieber einmal bezahlen. „Aus unserer Sicht hätte das Königsstuhl-Ticket den Preis ganz klar verdient“, so der RPNV-Mann.

Doch nicht er wird am 3. September in Düsseldorf über die Vergabe entscheiden, sondern eine Jury. In der sitzen unter anderem ein hochrangiger Bahn-Vertreter und der Präsident des Umweltbundesamtes.

Ebenfalls im Finale um den Preis stehen die Nationalpark- und Naturparkregion Bayerischer Wald und das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Zu gewinnen ist ein so genanntes Kommunikationspaket im Wert von 25 000 Euro.

MAIK TRETTIN

Die beiden Insel-Urlauber Thomas und Claudia sind spontan mit dem Zug aus Berlin nach Rügen gekommen und nutzen das Königsstuhl-Ticket. „Das Ticket ist die günstigste Variante und außerdem haben wir gar kein Auto“, so Claudia. Dieser Fahrschein, der einen Tag lang zur Benutzung aller Buslinien auf Rügen und außerdem zum Eintritt in das Nationalparkzentrum berechtigt, ist für den erstmals zu vergebenden Fahrtziel- Natur-Award nominiert worden. Foto: NPZ
 
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