|
|
|
|
|
|
|
Test bestanden: RPNV setzt auf Bus-Zug beim Spritsparen |
|
Ostsee-Zeitung, 24.07.2009
MV-Premiere auf Rügen: Als erster Nahverkehrsbetrieb im Land hat der RPNV einen Bus-Zug getestet. Der hilft Sprit zu sparen. Die Förderpolitik hinkt aber hinterher.
Bergen (OZ) - Lang, länger, am längsten. Er schlägt einen „Schlenki“ um Längen. Genau genommen um 130 Zentimeter. Er ist aber weitaus flexibler einsetzbar als ein Gelenkbus und das spart Sprit, sorgt für weniger CO2-Ausstoß – der Midi-Train. Zu deutsch Bus-Zug, verbirgt sich dahinter ein Gespann aus einem Linienbus mit Anhänger. Letzterer ist aber nicht für Fahrräder gedacht. Im Anhänger werden wie im Bus Leute befördert. 23 Fahrgäste finden einen Platz im Bus, 33 Plätze hat der zehn Meter lange Anhänger. Insgesamt bringt es die Spezialanfertigung auf beachtliche 19,3 Meter Länge.
„Das Teil ist super“, sagt Ronald Lenz. Zwei Wochen hat er so einen Bus-Zug im Linienverkehr auf Rügen getestet und ist begeistert. „Mit dem Gelenkbus komme ich in Sassnitz nicht in einem Zug um den Kreisverkehr. Obwohl länger, schaffe ich es mit dem Bus-Zug spielend.“ Lenz weiß warum: Beide Anhänger-Achsen lenken mit.
Test bestanden. „Wir sind das erste Unternehmen im Land, dass so einen Bus-Zug auf Probe eingesetzt hat.“ Rolf Rümper ist zufrieden. „Die Technik ist innovativ“, urteilt der Geschäftsführer des kreiseigenen Nahverkehrsbetriebes RPNV. Dabei schluckt der Bus-Zug genau so viel Sprit wie ein Gelenkbus – rund 40 Liter auf 100 Kilometer. „Im Schlenki habe ich im Winter manchmal aber nur sieben Leute sitzen. Den Anhänger des Midi-Train kann ich abkoppeln.“ Genau auf diese Flexibilität setzt Rolf Rümper. Auf 100 Kilometer können so 20 Liter Kraftstoff gespart werden, rechnet Jens Ludwigkeit als Chef des Unternehmens in Thüringen vor, das mit 150 Mitarbeitern die Bus-Züge produziert. Fünf Monate Saison mit Hänger, sieben Monate außerhalb der Saison ohne Hänger – „Da kommen etliche Liter eingesparter Sprit zusammen.“
Doch Rümper bremst. „Die Förderrichtlinien des Landes hinken der innovativen Technik noch hinterher.“ Gefördert wird nämlich nur der Kauf neuer Busse. „Diese Personenanhänger noch nicht.“ Eine einladende Geste vom RPNV-Chef gestern an Kreispolitiker und Vertreter der Nahverkehrsbetriebe Rostock und Stralsund zur Probefahrt: „Wir müssen gemeinsam Druck machen, dass die Förderung in Schwerin im Interesse von Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz geändert wird.“
Der so genannte Midi-Train besteht aus einem Bus und einem Personenanhänger und ist 19,3 Meter lang.
(Foto: Ostsee-Zeitung)
|
|
|